Cannabis-Konsum und seine möglichen Auswirkungen auf das orale Mikrobiom

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Cannabis-Konsum und seine möglichen Auswirkungen auf das orale Mikrobiom

Der Konsum und Besitz von Cannabis wurde in Deutschland am 1. April 2024 legalisiert

Es ist nicht verwunderlich, dass sich Fragen dazu aufwerfen, welche möglichen langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit dieser Drogen-Konsum haben kann. Amerikanische Forscher befassen sich mit dem Einfluss von Cannabis auf das orale Mikrobiom – die komplexe Gemeinschaft von Mikroorganismen in der Mundhöhle.

In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die neuesten Erkenntnisse darüber, wie Cannabis den mikrobiellen Haushalt im Mund beeinflussen und welche Folgen das für die Gesundheit haben kann.

Was ist das orale Mikrobiom?

Das orale Mikrobiom ist die Gesamtheit der Mikroorganismen in der Mundhöhle. Hierzu zählen Bakterien, Viren und Pilze. Diese Mikroben leben in der Mundhöhle und sind an vielen physiologischen Prozessen beteiligt.

Ein gesundes Mikrobiom trägt zur Aufrechterhaltung der Mundgesundheit bei, indem es das Gleichgewicht zwischen nützlichen und schädlichen Mikroben bewahrt. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird – eine sogenannte Dysbiose – kann dies zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen, wie zum Beispiel Karies (Zahnfäule) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates).

Wie beeinflusst Cannabis das orale Mikrobiom?

Veränderung der Bakterienpopulation

Eine der wichtigsten Entdeckungen in der Forschung zum Thema Cannabis und Mikrobiom ist, dass der Konsum von Cannabis die Bakterienpopulation in der Mundhöhle verändern kann. Insbesondere wurde beobachtet, dass Konsumenten von Cannabis eine veränderte Vielfalt an Organismen der Mundflora aufweisen. Bestimmte Arten von Bakterien, die mit Entzündungen und Mundkrankheiten in Verbindung stehen, können in der Zahl zunehmen, während andere, die eine schützende Funktion haben, verringert werden.

Zum Beispiel wurde bei Cannabis-Konsumenten eine höhere Anzahl von Actinomyces meyeri (A. meyeri) nachgewiesen, einem Bakterium, das stark mit Parodontitis (Zahnfleischentzündung) und anderen entzündlichen Erkrankungen des Zahnfleisches verbunden ist. Dies deutet darauf hin, dass Cannabis den Mikroben-Haushalt im Mund negativ beeinflussen kann, was zu einer höheren Anfälligkeit für Entzündungen führt.

Erhöhte Entzündungsneigung

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Cannabis-Konsums in Bezug auf das orale Mikrobiom ist die erhöhte Entzündungsneigung, die bei Konsumenten beobachtet werden kann. Entzündungen im Mundbereich können durch die Veränderungen im Mikrobiom verstärkt werden. Das Ungleichgewicht, das durch Cannabis hervorgerufen werden kann, fördert ein Überwachsen krankheitserregender Bakterien, die entzündliche Reaktionen im Körper hervorrufen können.

Ungleichgewicht der Mundflora, verursacht durch Bestandteile des Cannabis

Cannabis enthält eine Vielzahl von Verbindungen, die als Cannabinoide bezeichnet werden, darunter THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Diese Verbindungen können das orale Mikrobiom direkt beeinflussen, indem sie die bakterielle Zusammensetzung in der Mundhöhle verändern. Insbesondere THC, das psychoaktive Cannabinoid, kann das Wachstum bestimmter Bakterienarten fördern und somit eine Verschiebung des harmonischen Gleichgewichts begünstigen.

Hieraus folgt ein Überfluss an krankheitserregenden Bakterien und eine Verringerung der nützlichen Bakterien. Das kann nicht nur zu lokalen Problemen wie Zahnfleischentzündungen führen, sondern auch systemische Auswirkungen haben. Einige Studien weisen bereits darauf hin, dass diese Veränderung der Mundflora mit einer erhöhten Gefahr für neurologische Erkrankungen verbunden sein könnte.

Cannabis-Konsum und neurologische Erkrankungen

Der Zusammenhang zwischen dem Mundmikrobiom und neurologischen Erkrankungen ist ein relativ neues, aber schnell wachsendes Forschungsfeld. Einige Studien legen nahe, dass ein Ungleichgewicht der Mikroorganismen im Mund Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben könnte. Demnach beeinflusst die Zusammensetzung der Mundflora nicht nur die Mundgesundheit, sondern hat auch das Potenzial, darüber hinaus neurologische Veränderungen zu beeinflussen.

Im Zusammenhang mit Cannabis gibt es Hinweise darauf, dass das veränderte orale Mikrobiom eine Rolle bei der Entstehung oder Verschärfung neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer spielen könnte.

Die Auswirkungen von Cannabis auf das orale Mikrobiom sind vielschichtig!

Die Forschung zu den Auswirkungen von Cannabis auf das orale Mikrobiom stehen noch am Anfang, aber erste amerikanische Studien zeigen, dass der Konsum von Cannabis zu einem Ungleichgewicht der Mundflora führen kann, das sowohl lokale (wie Zahnfleischentzündungen und Karies) als auch systemische (wie neurologische Erkrankungen) Gesundheitsprobleme begünstigen könnte. Es scheint, dass insbesondere die Cannabinoide, die im Cannabis enthalten sind, eine Schlüsselrolle in der Veränderung der Bakterienpopulation im Mund spielen.

Mann raucht Cannabis

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